Aktuell: Umgangskontakte während der Covid-19-Pandemie

Das AG – Familiengericht – Frankfurt a. M. (Beschl. v. 9.4.2020 – 456 F 5092/20 EA UG) hat entschieden, dass Umgangskontakte eines Vaters zum Kind auch während der Corona-Pandemie nicht per se ausgeschlossen sind.

Abzuwägen sind auf der einen Seite die Gesundheitsrisiken, die wegen der Pandemie mit außer-häuslichen Kontakten verbundenen sind und andererseits die Nachteile, die durch den Abbruch der Bindung zwischen den Kindern und dem Elternteil entstehen.

Nach Auffassung des Gerichts überwiegt das Interesse an der Aufrechterhaltung der Bindung und Durchführung persönlicher Kontakte zwischen den Kindern und ihrem Vater.

Praxishinweis: Die Entscheidung des Amtsgerichts Frankfurt ist eine der ersten, die zumindest in erster Instanz Fragen des Umgangsrechts in der Corona-Pandemie-Krise beantwortet. Die Bindung der Kinder zum Elternteil und der persönliche Kontakt sind wichtige Abwägungskriterien, die im vorliegenden Fall ausschlaggebend waren. Beachtlich war, dass das Gericht gegen die Kindesmutter, die die Entscheidung ignorierte, Ordnungsgelder in beträchtlicher Höhe festsetzte.

Norbert Monschau
Fachanwalt für Familienrecht

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